Ein DMARC-Eintrag ist eine Zeile Text im DNS, gespeichert als TXT-Eintrag unter _dmarc vor Ihrer Domain. Er beantwortet empfangenden Mailservern drei Fragen: Woran erkenne ich echte E-Mails dieser Domain? Was tue ich mit den anderen? Und wem melde ich, was ich gesehen habe? So sieht ein DMARC-Eintrag für den Einstieg aus:
_dmarc.example.com. TXT "v=DMARC1; p=none; rua=mailto:dmarc-reports@example.com"
DMARC steht für Domain-based Message Authentication, Reporting, and Conformance. Seit Mai 2026 gilt RFC 9989 als Standard; er löst RFC 7489 ab. Die Sammelberichte regelt jetzt RFC 9990, die Fehlerberichte RFC 9991. Bestehende Einträge bleiben gültig.
Funktion: was der DMARC-Eintrag bewirkt
SPF und DKIM prüfen jeweils eine Domain, die Empfänger nie zu sehen bekommen: SPF die Domain des Envelope-Absenders (Return-Path), DKIM die Domain im d=-Tag der Signatur. Ein Fälscher kann beide Prüfungen mit seiner eigenen Domain bestehen und trotzdem rechnung@example.com in die From-Zeile schreiben. Genau diese Lücke schließt DMARC.
Ein Empfänger, der DMARC unterstützt, geht bei jeder eingehenden E-Mail so vor:
- Er liest die Domain aus der From-Adresse, also die Adresse, die Ihre Empfänger sehen.
- Er fragt den TXT-Eintrag unter
_dmarc.plus diese Domain ab. Findet er dort keinen, sucht er bei den übergeordneten Domains weiter; fürnewsletter.example.comgilt so der Eintrag von_dmarc.example.com(RFC 9989, Abschnitt 4.10). - Er prüft, ob SPF oder DKIM bestanden haben und ob die geprüfte Domain zur From-Domain passt. Diese Übereinstimmung heißt Alignment. Ein bestandener Test mit passender Domain genügt.
- Besteht die E-Mail nicht, wendet er die Richtlinie aus dem Tag
pan:none(keine besondere Behandlung),quarantine(als verdächtig behandeln, meist Spam-Ordner) oderreject(Annahme verweigern). Die letzte Entscheidung bleibt beim Empfänger. - In der Regel einmal am Tag, meist für einen UTC-Tag, schickt er einen Sammelbericht an die Adresse aus
rua(RFC 9990).
Alignment, locker oder streng. Standardmäßig gilt lockeres (relaxed) Alignment: Die geprüfte Domain und die From-Domain müssen nur dieselbe Organisationsdomain haben. bounce.example.com passt also zu example.com. Bei strengem (strict) Alignment müssen beide identisch sein.
Ohne DMARC-Eintrag wenden Empfänger DMARC gar nicht an (RFC 9989, Abschnitt 4.10.1). Jeder kann Ihre Domain dann in die From-Zeile setzen, und Sie erfahren nichts davon. Außerdem verlangen Gmail und Yahoo von Massenversendern einen DMARC-Eintrag; die Einzelheiten stehen in unserem Überblick zu den Absender-Anforderungen von Gmail und Yahoo.
Aufbau eines DMARC-Eintrags: die Tags
Ein DMARC-DNS-Eintrag besteht aus Paaren der Form tag=wert, getrennt durch Semikolons. v=DMARC1 steht immer an erster Stelle; fehlt es dort, ignorieren Empfänger den ganzen Eintrag. Die Reihenfolge der übrigen Tags ist beliebig. RFC 9989 kennt diese Tags (Abschnitt 4.7):
| Tag | Erlaubte Werte | Ohne Angabe | Wirkung |
|---|---|---|---|
v | DMARC1 | Pflicht | Version, immer zuerst |
p | none, quarantine, reject | none | Richtlinie für die Domain |
sp | wie p | Wert von p | Richtlinie für bestehende Subdomains |
np | wie p | sp, sonst p | Richtlinie für Subdomains, die im DNS nicht existieren |
t | y, n | n | Testmodus: t=y lässt Empfänger eine Stufe milder handeln |
rua | mailto:-Adressen, durch Komma getrennt | keine Berichte | Ziel der täglichen Sammelberichte |
ruf | mailto:-Adressen | keine Berichte | Ziel der Fehlerberichte zu einzelnen E-Mails |
fo | 0, 1, d, s | 0 | Wann Fehlerberichte entstehen; wirkt nur mit ruf |
adkim | r, s | r | DKIM-Alignment: locker oder streng |
aspf | r, s | r | SPF-Alignment: locker oder streng |
psd | y, n, u | u | Nur für Betreiber öffentlicher Suffixe wie Registries |
Zum Testmodus: Mit p=reject; t=y behandeln Empfänger durchgefallene E-Mails wie bei quarantine, mit p=quarantine; t=y wie bei none. Auf die Berichte hat t keinen Einfluss.
Was weggefallen ist: RFC 9989 entfernt den Tag pct, mit dem sich die Richtlinie bisher auf einen Prozentsatz der E-Mails beschränken ließ; an seine Stelle tritt t. Auch rf und ri aus RFC 7489 stehen nicht mehr in der Liste, und unbekannte Tags müssen Empfänger ignorieren. Ein Eintrag wie STRATOs Beispiel v=DMARC1; p=quarantine; pct=100 bleibt deshalb gültig; pct=100 war schon nach RFC 7489 der Standardwert (Abschnitt 6.3).
DMARC-Eintrag: Beispiele für typische Fälle
Ersetzen Sie in allen Beispielen die Domain und die Berichtsadresse durch Ihre eigenen.
Einstieg: beobachten, ohne etwas zu ändern. Die Zustellung bleibt, wie sie ist; die Berichte zeigen, welche Server mit Ihrer Domain senden.
_dmarc.example.com. TXT "v=DMARC1; p=none; rua=mailto:dmarc-reports@example.com"
Quarantäne mit Sicherheitsnetz. Die Richtlinie steht schon auf quarantine, Empfänger nach RFC 9989 handeln wegen t=y aber noch wie bei none. Nehmen Sie t=y heraus, sobald die Berichte sauber sind.
_dmarc.example.com. TXT "v=DMARC1; p=quarantine; t=y; rua=mailto:dmarc-reports@example.com"
Voller Schutz. Durchgefallene E-Mails werden abgelehnt, erfundene Subdomains wie rechnung-123.example.com ebenfalls.
_dmarc.example.com. TXT "v=DMARC1; p=reject; np=reject; rua=mailto:dmarc-reports@example.com"
Hauptdomain streng, Subdomains noch im Aufbau. Etwa wenn ein Newsletter-Dienst über news.example.com sendet und noch nicht sauber eingerichtet ist.
_dmarc.example.com. TXT "v=DMARC1; p=reject; sp=none; rua=mailto:dmarc-reports@example.com"
Domain, die keine E-Mails sendet. Dazu gehört der SPF-Eintrag v=spf1 -all, siehe SPF-Eintrag.
_dmarc.example.com. TXT "v=DMARC1; p=reject"
Berichte an eine andere Domain. Zeigt rua auf eine Adresse außerhalb Ihrer Domain, etwa bei einem DMARC-Berichtsdienst unter reports.example.net, senden Empfänger nur, wenn diese Domain zustimmt. Dafür steht dort ein TXT-Eintrag v=DMARC1 unter example (RFC 9990, Abschnitt 4; ALL-INKL beschreibt dasselbe in seiner Anleitung). Berichtsdienste legen diesen Eintrag für ihre Kunden an.
DMARC-Eintrag bei IONOS, STRATO, ALL-INKL und mittwald setzen
Den Eintrag setzen Sie dort, wo das DNS Ihrer Domain verwaltet wird. Überall sind es dieselben drei Angaben: Typ TXT, Name _dmarc und der Wert. Prüfen Sie vorher, ob schon ein DMARC-Eintrag existiert: Bei STRATO und ALL-INKL ist das ab Werk der Fall. Die Schritte stammen aus den Hilfeseiten der Anbieter (geprüft am 10. Oktober 2026).
IONOS
- Im IONOS-Konto bei der Domain unter Aktionen auf die drei Punkte klicken und DNS wählen.
- Record hinzufügen anklicken und als Typ TXT wählen.
- Im Feld Hostname
_dmarceintragen, im Feld Wert die Tags, zum Beispielv=DMARC1; p=none; rua=mailto:dmarc-reports@example.com. - Optional eine TTL wählen, dann Speichern.
IONOS übernimmt die Änderung sofort; bis sie überall sichtbar ist, kann es laut IONOS bis zu einer Stunde dauern (IONOS-Hilfe).
STRATO
Bei STRATO ist DMARC bereits aktiv, mit der STRATO Standard DMARC-Regel. Für einen eigenen Eintrag:
- Die DNS-Einstellungen der Domain öffnen und Keine STRATO-DMARC-Regel wählen.
- Einen TXT-Eintrag mit dem Präfix
_dmarcanlegen. STRATO nennt als Beispielv=DMARC1; p=quarantine; pct=100und stattquarantineje nach gewünschter Richtlinienoneoderreject. - Einstellung übernehmen klicken und das für jede weitere Domain wiederholen.
Zurück zur STRATO-Regel kommen Sie nur, wenn kein TXT-Eintrag mit dem Präfix _dmarc mehr existiert; löschen Sie diese also zuerst (STRATO-FAQ). Wo die DNS-Einstellungen im Kunden-Login liegen, beschreibt die SPF-Anleitung.
ALL-INKL
ALL-INKL setzt standardmäßig v=DMARC1; p=none;, also eine Richtlinie, die nur beobachtet. Ändern lässt sie sich im KAS:
- Im KAS unter Tools → DNS-Einstellungen die Domain öffnen.
- Den vorhandenen DMARC-Eintrag bearbeiten oder einen neuen DNS-Eintrag erstellen.
- Name
_dmarc, TypTXT; eine Prio gibt es für diesen Typ nicht. Unter Data/Value den Wert eintragen; er beginnt mitv=DMARC1;und brauchtp=.
Senden Sie über einen externen Mailserver, passen Sie laut ALL-INKL zuerst SPF an und hinterlegen dessen DKIM-Schlüssel (ALL-INKL-Anleitung).
mittwald
mittwald beschreibt DMARC in seiner FAQ nur knapp, und die Schritte dort beziehen sich auf den DNS-Editor im Kundencenter:
- Die Subdomain
_dmarczuerst in der Domain-Übersicht anlegen. Laut mittwald ist die spezielle Subdomain „_dmarc.“ vorher zu erstellen. - Im DNS-Editor der Domain für diese Subdomain einen TXT-Eintrag mit dem DMARC-Wert hinterlegen.
Speziellen Support zu DMARC bietet mittwald nach eigener Aussage nicht an (mittwald: DKIM und DMARC, DNS-Editor). Ob Ihr Eintrag angekommen ist, prüfen Sie danach mit dem Checker unten.
Häufige Fehler beim Einrichten
- Voller Name im Namensfeld. Wer
_dmarc.example.comeinträgt, wo die Oberfläche den Domainnamen selbst anhängt, erzeugt_. Empfänger finden dann keinen Eintrag.dmarc .example .com .example.com - Zwei Einträge. Wer einen neuen Eintrag anlegt, statt den vorhandenen zu ändern, hat zwei. Bei mehr als einem DMARC-Eintrag verwerfen Empfänger alle (RFC 9989, Abschnitt 4.10).
v=DMARC1nicht am Anfang oder falsch geschrieben: Der Eintrag wird ignoriert.- Eintrag auf der falschen Domain. DMARC gehört auf die Domain Ihrer Absenderadresse, nicht auf die Domain Ihres Newsletter-Dienstes.
- Zu früh
reject. Wer ohne Berichte gleich ablehnt, blockiert leicht eigene Rechnungen, Shop-Bestätigungen oder Newsletter, die über einen Dienst ohne passendes SPF oder DKIM laufen.
DMARC-Eintrag erstellen und prüfen
Den Wert müssen Sie nicht von Hand schreiben: Mit dem Tool DMARC-Eintrag erstellen wählen Sie Richtlinie und Berichtsadresse und erhalten Name und Wert zum Kopieren, mit Feldbezeichnungen für STRATO, IONOS, ALL-INKL, domainfactory und Cloudflare.
Nach dem Speichern sehen Sie hier, was Empfänger abfragen:
Live-DNS-Abfrage über DNS-over-HTTPS. Sie können auch eine E-Mail-Adresse einfügen.
Der DMARC-Checker erklärt dasselbe Ergebnis Tag für Tag. DMARC baut auf SPF und DKIM auf: Prüfen Sie beide mit dem SPF-Checker und dem DKIM-Checker, bevor Sie von p=none zu quarantine wechseln. Wie sich eine echte E-Mail bei SPF, DKIM und DMARC schlägt, zeigt der E-Mail-Spam-Checker.
Quellen
Geprüft am 10. Oktober 2026:
- Standards: RFC 9989 (DMARC), RFC 9990 (Sammelberichte), RFC 7489, Abschnitt 6.3
- Hoster: IONOS: DMARC-Record konfigurieren, STRATO: DMARC aktivieren, ALL-INKL: DMARC, mittwald: Was ist DKIM und DMARC?, mittwald: DNS-Editor